Druckfühler

Der auf dem rechten Radkasten montierte Druckfühler ist in ein Aluminium-Druckgussgehäuse eingekapselt.

Der Druckfühler stellt den Druck im Sammelsaugrohr fest. Die Druckschwankungen beeinflussen den Anker eines Transformators, dessen Induktivität dadurch verändert wird. Auf diese Weise signalisiert der Druckfühler das Steuergerät über den Lastzustand des Motors.

Druckfuehler

Solange der Motor nicht arbeitet, herrscht zu beiden Seiten der Membran (8) Aussenluftdruck. Währenddessen wird der bewegliche Anker (11), der reibungsfrei zwischen den beiden Blattfedern (3 und 6) aufgehängt ist, von der Feder (2) gegen den Vollastanschlag (9) gepresst. Gleichzeitig sind die beiden luftleeren Membranendosen (7) durch den Aussenluftdruck zusammengepresst und daher kann sich der Anker (11) weiter nach rechts zu bewegen. Ist der Anker ganz nach rechts ausgesteuert, erhält das Steuergerät vom Druckfühler das Signal für maximale Kraftstoffeinspritzung.

Wenn der Motor angelassen wird und der Unterdruck vom Ansaugrohr auf die linke Seite der Membran (8) einwirkt, drückt der Aussenluftdruck die Membrane in Richtung des Teillastanschlag (10).

Gleichzeitig weiten sich die Membrandosen (7), beeinflusst vom Unterdruck im Druckfühler, und drücken den Anker noch weiter nach links. Abhängig vom Druck im Saugrohr (Lastzustand des Motors) stellt sich der Anker bei Fahrbetrieb in verschiedene Lagen.

Bei Betrieb unter Vollgas wird der Druck im Saugrohr annähernd gleichgross dem Aussenluftdruck. Der Anker nimmt hierbei die gleiche Lage wie beim Anlassen des Motors ein.

Das Ventil (13) hat die Aufgabe, die durch die Kolbenbewegung verursachten Druckschwankungen im Saugrohr daran zu hindern, sich in den Druckfühler fortzupflanzen. Durch eine kleine Öffnung im Ventil werden die Stosswellen gedämpft. Bei schnellem Gasgeben, wo ein starker Luftstrom plötzlich in den Druckfühler dringt, reicht diese Ventilöffnung nicht aus. In diesem Falle federt das ganze Ventil von der Öffnung zurück und lässt die Luft ein.

VOLVO 1800E: Modelljahre 1970 (T) und 1971 (U)

Druckfuehler 1970

Der Drückfühler wurde in dieser Lage montiert. Länge des Schlauchs vom Sammelsaugrohr zum Druckfühler 290 mm.

VOLVO 1800E und ES: Modelljahre 1972 (W) und 1973 (Y)

Druckfuehler 1972

Der Druckfühler wurde in dieser Lage montiert. Länge des Schlauchs vom Sammelsaugrohr zum Druckfühler 400 mm.

Technische Merkmale - Druckfühler - D-Jetronic
Bestell-Nr. Merkmale
Bosch #0 280 100 010
Volvo #241725

Freigabe 07.1970
Druckfühler für Volllastanreicherung aus Aluminium-Druckgussgehäuse mit eingebautem Satz Luftdruckdosen und anliegendem in Blattfedern gelagertem Ank. Dieser ist in einem Eisenkern axial beweglich.
4-poliger Steckanschluss (2,8 mm AMP Zungen)
Anschlussnippel 8 Ø für Gewebeschlauch mit Nennweite 7 mm
Mit elastisch gelagerter Befestigungsplatte mit 3 Bohrungen 6,6 mm Ø
Bosch #0 280 100 015
Volvo #243183

Freigabe 08.1970
Erstausrüstung für Motor B 20 E ab 06.1971 bis 7.1973
Wie Bosch #0 280 100 010
Wegen der geänderten Montageposition Gehäusedeckel mit den Belüftungslöchern gedreht
Bosch #0 280 100 035
Volvo #-

Freigabe 09.1971
Erstausrüstung für Motor B 20 F (USA) 9.1971 bis 6.1972
Wie Bosch #0 280 100 015
Jedoch mit geänderter Kennlinie
Für Kraftstoff mit geringer Oktanzahl (91 Oktan)
Bosch #0 280 100 054
Volvo #-

Freigabe 08.1972
Erstausrüstung für Motor B 20 F (USA) 7.1972 bis 7.1973
Wie Bosch #0 280 100 035
Jedoch mit geänderter Kennlinie
[[Quelle: Bosch Erzeugnis-Kennliste - D-Jetronic-Komponenten - 07.1975]]

Wichtige Hinweise

Die Bewegungsrichtung der beweglichen Teile im Druckfühler liegt aufgrund seiner Einbaulage in Fahrtrichtung. Daher ist es möglich, dass zum Beispiel durch den Aufprall bei einem Unfall der Druckfühler beschädigt wird, indem die Blattfedern, die den Anker halten, überdrückt werden.

Aus den gleichen Gründen müssen Druckfühler vor harten Stössen (zum Beispiel Herunterfallen) geschützt werden.

Diese Schäden können nicht mit dem Testgerät EFAW 193 beziehungsweise EFAW 228 festgestellt werden. Sie äussern sich durch stark verschlechtertes Fahrverhalten.

Vor einer Motorwäsche müssen die Belüftungsschlitze beziehungsweise Löcher der Druckfühler mit Textilklebeband abgeklebt werden, um Funktionsstörungen durch eingedrungenes Wasser zu vermeiden. Anschliessend ist das Textilklebeband wieder zu entfernen, da sonst die Funktion der Volllastanreicherung beeinträchtigt wird.

Funktion des Druckfühlers überprüfen

Das Gehäuse darf nicht geöffnet werden, da sonst das Vakkuum aus einer der beiden Membrandosen entweicht. Der Drückfühler kann von Bosch geprüft und unter Umständen repariert werden.

Mit einfachen Mittel lässt sich aber die Funktionsfähigkeit des Druckfühlers feststellen, indem man die Dichtigkeit der Membranen und die beiden Wicklungen überprüft.
Den Unterdruckschlauch zwischen Druckfühler und Sammelsaugrohr am Sammelsaugrohr abziehen. Eine Vakuumpumpe am Schlauch anschliessen und einen Unterdruck von 0,4 bar erzeugen. Nach einer Minute soll der Unterdruck noch mindestens 0,17 bar betragen. Fällt er stärker ab, deutet dies auf eine undichte Membran hin.

Achtung: Nur Luft absaugen, nicht hineinpumpen! Die Membranen könnten sich festklemmen.

Stecker abziehen
Mit Ohmmeter an den Kontaktzungen folgende Nessungen durchführen

  1. Wiederstand der Primärwicklung: Prüfspitzen an die äusseren Zungen 7 und 15 halten. Sollwert etwa 90 Ohm.
  2. Prüfung der Primärwicklung auf Masseschluss: Prüfspitzen an eine der äusseren Zungen 7 oder 15 und Masse halten. Sollwert ∞ Ohm.
  3. Wiederstand der  Sekundärwicklung: Prüfspitzen an die inneren Zungen 8 und 10 halten. Sollwert etwa 350 Ohm.
  4. Prüfung der Sekundärrwicklung auf Masseschluss: Prüfspitzen an eine der inneren Zungen 8 oder 10 und Masse halten. Sollwert ∞ Ohm.
  5. Prüfung auf Kurzschluss zwischen Primär- und Sekundärwicklung: Prüfspitzen an eine der äusseren Zungen 7 oder 15 und eine der inneren Zungen 8 oder 10 halten. Sollwert ∞ Ohm.

Bei grösseren Abweichungen von den Sollwerten muss der Druckfühler getauscht werden.

Zusätzlich sollten die Leitungen auf Durchgang geprüft werden. Dazu die Steckerleiste vom Steuergerät lösen und die Leitungen 7, 8, 10 und 15 überprüfen.