D-Jetronic in den Baureihen 1800, 140 und 160

Seit 1959 werden von Bosch Fahrzeuge mit Versuchsanlagen zur elektronisch gesteuerten Kraftstoffeinspritzung für Ottomotoren erprobt. 1966 beginnen Testfahrten mit einer grossen Anzahl von Fahrzeugen zur systematischen Erprobung der Einspritzanlage. Es zeigt sich, dass die gesamte Einspritzanlage Laufzeiten von über 100.000 km ohne Auswechseln irgendwelcher Teile und ohne Nachjustierung erreicht. Lediglich das Kraftstofffilter soll in regelmässigen Abständen erneuert werden.

Die Serienfertigung beginnt im Sommer 1967. Der VW 1600 LE/TLE ist das erste Serienfahrzeug mit der „Jetronic“, er wird im Herbst 1967 auf der 43. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main vorgestellt. Motoren mit dieser Einspritzanlage erfüllen die ab 1968 in den USA geltenden Abgasbestimmungen..

Zunächst nennt Bosch das neue System Jetronic, später wird es D-Jetronic bezeichnet. Das Präfix D leitet sich vom Prinzip der "Druckgesteuerten Einspritzung" ab, mit der die Gemischaufbereitung erfolgt.

Weniger Schadstoffe, geringerer Verbrauch
Bosch entwickelt die Einspritzanlage nach verschiedenen Richtungen hin weiter und passt sie an eine Reihe von leistungsstarken Vier-, Sechs- und Achtzylinder-Motoren an. Durch Verfeinerung der Steuerungsmethoden wird die Emission unverbrannter Abgasbestandteile weiter veringert und das Fahrverhalten verbessert. Auch die von 1970 an in den USA geltenden verschärften Abgasbestimmungen werden eingehalten.

VOLVO rüstet von September 1969 bis August 1975 diese Modelle mit der D-Jetronic aus:

  • 1800E - Motor B 20 E (09.1969 - 22.06.1972)
  • 1800E - Motor B 20 F für USA (09.1971 - 22.06.1972)
  • 1800ES - Motor B 20 E und für die USA Motor B 20 F (09.1971 - 27.06.1973)
  • 142 und 144 Grand Luxe - Motor B20 E und F (09.1970 - 08.1973)
  • 164 - Motor B 30 E (09.71 - 07.1974)
  • 164 - Motor B 30 F für USA (09.71 - 08.1975)

Das System besteht beim Motor B 20 E (09.1969 bis 08.1971) aus folgenden Komponenten: elektronisches Steuergerät (ECU, "Bordcomputer"), Benzinfilter, elektrische Benzinpumpe, Druckregler, Kaltstartventil, Sammelsaugrohr mit vier einzelnen Saugrohren, vier Einspritzventile, Drosselklappenschalter, Temperaturfühler I für Ansaugluft, Temperaturfühler II für Kühlflüssigkeit, Druckfühler für den Druck im Sammelsaugrohr, Zusatzluftschieber (ZLS), Auslösekontakte im Zündverteiler und einem speziellen Kabelbaum .

Drei Relais liefern die notwendige Spannung für das System: Das Hauptrelais versorgt das Steuergerät, zwei identische Relais versorgen jeweils die Benzinpumpe und das Kaltstartventil.

Das Schema zeigt die einzelnen Komponenten der D-Jetronic beim VOLVO 1800E in den Modelljahren 1970 und 1971.

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Im September 1971 führt VOLVO für das Modelljahr 1972 einige Änderungen und Verbesserungen bei der D-Jetronic ein:

  • Vereinfachte Konstruktion der elektrischen Benzinpumpe
  • Benzinfilter wird auf der Druckseite und nicht mehr auf der Saugseite montiert. Dafür wird im Benzintank ein zusätzliches Filter eingebaut.
  • Das Kaltstartventil wird von einem mechanischem Thermo-Zeitschalter geregelt, damit entfällt das Kaltstartrelais.
  • Das Sammelsaugrohr hat eine neue Form.
  • Der Drosselklappenschalter hat eine teilweise geänderte Funktion.
  • Der Druckfühler.enthält eine zusätzliche Metallmembran und wird um 180 Grad gedreht montiert.
  • Angepasster Kabelbaum für die Jetronic.

Das Schema zeigt die einzelnen Komponenten der D-Jetronic beim VOLVO 1800E und 1800ES in den Modelljahren 1972 und 1973.

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1974 wird die D-Jetronic abgelöst durch ein mechanisches Einspritzsystem, die K-Jetronic. Das Präfix K leitet sich vom Prinzip der "Kontinuierlichen Einspritzung" ab, mit der die Gemischaufbereitung erfolgt (Continuous Injection System, CIS oder CI).

Zwischen 1982 und 1984 liefert VOLVO Vierzylindermotoren mit dem LH-System aus. Auch Saab und Porsche montieren dieses System.